Weihnachtspfarrbrief

Advents- und Weihnachtsgedanken - Pfarrer Agricola

Liebe Leserin, lieber Leser unseres Pfarrbriefes,


große Herausforderungen standen und stehen wohl an: Sei es der andauernde Ukrainekrieg, die Klimakrise, die Energiekrise, die Pandemie und/oder die steigenden Energie- und Lebensmittelpreise, die dem einen oder anderen von Ihnen Sorge bereiten.


Zudem beschäftigen den einen oder anderen in diesen Tagen vielleicht auch ganz persönliche Sorgen, die von ihm viel Kraft und Geduld erfordern.


Nun steht Weihnachten vor der Tür, so wie jedes Jahr. Vielleicht mag Weihnachten in diesem Jahr nicht so richtig reinpassen, dazumal das frühere Bild von leuchtenden Weihnachtsbäumen und anheimelnden Adventsmärkten, wohl durch die Energiekrise von manch einem in Frage gestellt wird.


Eine Legende von einem alten Hirten kann uns vielleicht etwas nachdenklich auf das Fest der Geburt unseres Herrn stimmen und uns für das Weihnachtsfest 2022 Mut machen. Sie beginnt mit der Frohen Botschaft der Engel:
„Euch ist der Heiland geboren, welcher ist Christus der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegend.“ Und dann war plötzlich alles voller Engel und voller Gesang, ein Jubeln und Brausen in der Nacht. Und so plötzlich die Engel gekommen waren, so plötzlich waren sie alle verschwunden.


Zurück blieben irritierte Hirten. Sie sagten sich: „Kommt, wir gehen nach Bethlehem. Mal sehen, was uns erwartet; mal sehen, was dran ist an der Botschaft der Engel!“


Ein alter Hirte gehörte auch dazu. Er konnte nur noch an Krücken laufen. Das Leben hatte ihn bitter und mürrisch gemacht. „Alles Unsinn“, sagte er „Dummes Zeug! Hirngespinste!“ Er versuchte die anderen Hirten zurückzuhalten: „Bleibt hier! Es lohnt sich nicht, was wollt ihr mitten in der Nacht in Bethlehem?“


Die anderen ließen sich nicht aufhalten. Der alte Hirte blieb zurück. Lange saß er am Feuer. Und wenn doch was dran ist? Und wenn es wirklich Engel waren, die die Wahrheit gesagt haben? Über ein Kind, das der Heiland der Menschen sein soll? Unwahrscheinlich oder doch hingehen und nachschauen?


An dieser Stelle könnte unsere Geschichte enden. Was würden Sie an dieser Stelle tun?

 
Hingehen oder nicht? Der alte Hirte in unserer Geschichte wird jedoch neugierig auf das, was ihn erwartet. Und so geht die Geschichte weiter: „Es schadet ja nicht“, so der alte Hirte. Und so machte er sich auf den Weg, quälte sich humpelnd, gestützt auf seine Krücken. Nach Stunden erreichte er den Stall mit der Krippe, keine Eltern, keine Hirten! Er hatte es gewusst: alles Lug und Betrug! Und während er so dastand, sah er im Stroh eine kleine Mulde, dort, wo ein Kind gelegen haben könnte. Unter Schmerzen kniete er sich hin, legte seine Hand in die Mulde. Sie war noch warm. Die Wärme tat ihm richtig gut, durchströmte seinen hinfälligen, gebeutelten Körper. Nachdenklich stand er auf, machte sich auf den Weg zurück, grübelte und grübelte und dann, kurz vor dem Ziel, erschrak er zutiefst: Den ganzen Weg zurück war er ohne Krücken gelaufen! So die Legende vom alten Hirten.

 
Manchmal braucht es vielleicht etwas Mut und Zuversicht, auch in den herausfordernden Zeiten auf den zu vertrauen, der unser Erlöser und Heiland ist, Jesus Christus der Herr, so wie es die Engel im Evangelium, damals den Hirten verkündeten und uns heute verkünden:

 
„Euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus der Herr!“


Eine schönere Botschaft gibt es nicht, dass Gott auch in unserer Zeit geboren werden möchte und vor allem auch dort geboren wird, wo wir es am wenigsten vermuten.


Lassen Sie sich auch über Weihnachten hinaus von Gott überraschen. Seine Geburt war und ist die größte Überraschung für uns Menschen. Gott ist in Bethlehem geboren und wollte unter uns Menschen sein.


In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Ihren Angehörigen ein gesegnetes Weihnachtsfest und Gottes reichen Segen für das Jahr 2023.


Ihr

Pfarrer Markus Agricola


 

Katholisches Pfarramt
St. Lukas Fulda 


Aschenbergplatz 17 
36039 Fulda

 




Tel. 0661-51462 

Fax: 0661-9529145

Pfarrbüro - Öffnungszeiten



Montag: 9.00 - 12.00 Uhr

Mittwoch und Donnerstag:
15.00 - 17.00 Uhr

Karte
 


© St. Lukas, Fulda

 

Katholisches Pfarramt 
St. Lukas Fulda 


Aschenbergplatz 17 

36039 Fulda




Tel. 0661-51462 

Fax: 0661-9529145



© St. Lukas, Fulda